Zwei auf einen Streich

Ein paar Mal bin ich jetzt schon darauf angesprochen worden, dass ich zwei Ärmel, Socken oder auch Stulpen gleichzeitig auf zwei Rundnadeln stricke.

zwei Socken auf zwei Nadeln von der Spitze angefangen (toe up)
zwei Socken auf zwei Nadeln von der Spitze angefangen (toe up)

Ich stricke selten und wenn meist ungern zwei Mal das Gleiche. Daher habe ich in meiner frühen Sockenstrick-Phase unter dem „Single-Sock-Syndrom“ gelitten. In meinem Strickkorb fanden sich immer mehr Socken, die keinen Partner hatten.

Irgendwann fing ich dann an, zwei Socken gleichzeitig zu stricken. Das hat den Vorteil, dass sie auch wirklich gleich werden, ohne dass ich mir Notizen machen muss. Und natürlich sind sie gleichzeitig fertig.

Am Anfang probierte ich das Stricken von zwei Socken auf einer Rundnadel mit dem Magic Loop aus. Dies förderte jedoch nicht gerade meinen Strickfluss. Das ständige Ziehen am Seil störte mich.

zwei Socken von der Spitze (toe up) auf einer Nadel
zwei Socken von der Spitze (toe up) auf einer Nadel

Jetzt benutze ich zwei Nadeln.

zwei Socken auf zwei Nadeln
zwei Socken auf zwei Nadeln

Außerdem habe ich festgestellt, dass es bei einigen Mustern einfacher ist, wenn man die halbe Maschenzahl eines Sockens auf einmal strickt. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Rapport größer ist oder auch über zwei Nadeln „wandert“.

Muster, das sich seitlich über einen halben Schaft zieht
Muster, das sich seitlich über einen halben Schaft zieht
Muster, das sich über einen halben Schaft zieht
Muster, das sich am vorderen und hinteren Bein über einen halben Schaft zieht

Und dann habe ich auch Pullover- und Jackenärmel nach dem gleichen Prinzip so gestrickt. Ich versuche bei Pullovern und Jacken das Zusammennähen zu vermeiden. Vorder- und Rückenteil stricke ich gerne an einem Stück (dann geht auch das Muster ineinander über) und Ärmel stricke ich in der Runde an.

Jackenärmel
Jackenärmel

Und so mache ich es:

Man braucht natürlich zwei Knäuel Wolle. Und zwei Rundnadeln. Die eine Hälfte der Maschen (der vordere Schaft) und die andere Hälfte (der hintere Schaft) wird jeweils auf eine Nadel aufgenommen. Jede Nadel wird immer mit sich selbst abgestrickt, daher hilft es, wenn man zwei unterschiedlich farbige Seile bei den Nadeln hat. Ich habe mal ein Schema aufgezeichnet.

Also, ganz einwandfrei, die große Zeichnerin am Laptop werde ich nicht. Ich hoffe, ihr erkennt, was ich meine. Gezeichnet habe ich die Sicht von oben. Ich habe eine rote und eine grüne Stricknadel. Ein Socken ist lila, der andere orange. Die blauen Ovale existieren nicht, ich habe sie für die Formgebung hinzugezeichnet (wie Füße in noch zu entstehenden Socken).

Ich stricke jetzt mit der roten Nadel zuerst die lila Maschen auf der roten Nadel ab. Dann wechsele ich zu der orangen Wolle. Ich stricke also zwei halbe Runde mit je einem Knäuel. Dann kommt die grüne Nadel. Mit dieser stricke ich erst die orange Wolle, und dann die lila Wolle.

So fange ich an:

Auf Nadel Nr. 1 die Hälfte der Maschenzahl mit einem Knäuel anschlagen. Dann zum zweiten Knäuel wechseln und noch einmal die gleiche Maschenzahl anschlagen. Jetzt auf Nadel Nr. 2 mit Knäuel Nr. 2 noch einmal die gleiche Zahl der Maschen anschlagen, und dann noch einmal mit Knäuel Nr. 1 auf Nadel Nr. 2.

Wenn dies jetzt zu verwirrend ist, versuche es erst einmal mit einer Socke auf zwei Nadeln, hierzu gibt es auch ein schönes Video von Nadelspiel (Stricken und Häkeln mit eliZZZa).

Für den Beginn ist es beim ersten Mal vielleicht auch einfacher, die Maschen auf einem Nadelspiel aufzunehmen, und dann auf die Rundnadel zu wechseln. Ich nehme also die Maschen von Nadel 4 und 1 (klassische Bezeichnung beim Sockenstricken = hinterer Schaft) auf eine Nadel, und die Maschen von Nadel 2 und 3 (vorderer Schaft) auf eine Nadel. Ich stricke Rundnadel Nr. 1 (hinterer Schaft) mit sich selbst ab, und Rundnadel Nr. 2 (vorderer Schaft) auch.

Ich hoffe, ihr konntet meiner Erklärung folgen. Ansonsten fragt gerne noch einmal nach.

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