
Nachdem der Torso nun gut abgehangen und durchgetrocknet ist, geht es weiter. Wer bisher noch nichts über die Herstellung von Marlene gelesen hat, hier geht es zu Teil 1.
In dem Film, der mir als Grundlage diente, ist die Puppe auf einen Ständer gesetzt worden. Ich habe mich entschieden, einen anderen Puppenkörper mit Ständer als Grundlage für meine Schneiderpuppe zu nehmen.
Dazu braucht ihr:


Ich habe einen dünnen Jersey mit Elasthananteil in einem dezenten grün-grau gekauft, da ich glaube, dass weißer Stoff zu schnell schmuddelig wird und ich auf keinen Fall eine schweinchenrosafarbene Schneiderpuppe haben wollte. Nicht auf dem Bild: verschiedene Reststücke einer Holzplatte, Paketklebeband (hat sich als sinnvoll herausgestellt) und die Kordel für den Saum.
Und natürlich den Torso.



Und, ganz wichtig: hilfreiche Freunde, die mit diversen Holzarbeiten vertraut sind, und zumindest eine Freundin, die beim “Einpacken” der Puppe mit Hand anlegt.
Ich hatte eine günstige Deko-Puppe im Internet gekauft. Die Maße sind sehr unrealistisch für einen “normalen” Frauenkörper, aber die Puppe müsste eigentlich in meinen Torso voll hineinpassen. Jetzt muss nur noch entschieden werden, wie eine Holzplatte unter der Puppe befestigt werden kann.

Es stellte sich heraus, dass der Styroporkörper aus zwei Hälften bestand und hohl war. Die untere Pressspanplatte, mit der der Ständer befestigt war, war sehr dünn und nach Meinung meiner Holztechniker vollkommend unzureichend. Es wurde dann eine Holzplatte in den Styroporkörper gesetzt und eine zweite Platte dagegen geschraubt. Mein Torso war viel länger als die Deko-Puppe. Der Abstand von den Schultern zum unteren Rand der späteren Puppe wurde durch eine weitere Holzplatte ausgeglichen.

Als erstes mussten wir Marlene jetzt noch meinen genauen Maßen anpassen. Dafür wurden meine Maße noch einmal an der Puppe nachgemessen, und da auf diese noch eine Schicht aus Vlies geklebt wird, musste Marlene etwas dünner werden.



Wir haben an beiden Seiten einen kleinen Keil unter den Armen herausgeschnitten und dort die Puppe wieder zusammengeklebt. Vor dem Schneiden unbedingt Markierungen zum Zusammenkleben anbringen! Teilweise haben wir hier noch ein Paketklebeband zur Hilfe genommen, da das Nassklebeband nicht so reißfest ist und die Streifen sehr unter Spannung standen und leicht kaputt gingen. Die zweite Seite blieb erst mal offen, um den Torso dann gleich um die Dekopuppe zu setzen.






Im Bereich des Hohlkreuzes hatten wir die Puppe auch noch einmal aufgeschnitten und ein wenig ausgestopft, da sich dort eine hässliche Beule gebildet hatte.

Nun den Bezugsstoff nähen. Ich hatte keine Schlauchware gekauft, daher musste als erstes die Rückennaht geschlossen werden und der Saum für die Kordel wurde genäht.


Auf dem Bild seht ihr die Rückennaht. Zum Abstecken der Abnäher wird der Bezugsstoff natürlich auf links auf die Puppe gezogen.

Die Puppe nach draußen tragen und mit Kleber einsprühen.

Zum Schluss noch einmal einsprühen und das “Kleid” überziehen. Dies unbedingt zu zweit machen, damit keine Falten entstehen. Dann kann man in die untere Kante noch eine Kordel einziehen, oder wie hier, den Saum einfach nach oben stecken. Die kleinen Unebenheiten, die vorher am Torso zu sehen waren, sind vollkommen durch das Volumenvlies abgedeckt worden.

Es fehlen noch die Markierungen für Taille, hintere Mitte usw. Aber ich habe noch kein dünnes Gewebeklebeband dafür gefunden.
Natürlich weiß ich, wie ich aussehe. Wobei der Blick von vorn und hinten wirklich ganz ok ist, von der Seite aber nicht so schmeichelhaft. Nun habe ich mich eine ganze Zeit dieser Realität ausgesetzt. Manchmal gar nicht so einfach – also, überlegt euch gut vorher, ob ihr mit diesen Tatsachen konfrontiert werden wollt!
Sicher werdet ihr Marlene in künftigen Beiträgen ab und zu mal sehen, ich werde dann berichten, ob sie sich bewährt hat.
Mit diesem Bericht besuche ich zum ersten Mal die neue Link-Party “Du für dich am Donnerstag”. Natürlich verlinke ich den Beitrag auch wieder bei “Froh und kreativ” und am Freitag zusammen mit Teil 1 beim Freutag und am Montag bei den Montagsfreuden.
Edit: aufgrund des Hinweises von Melanie in den Kommentaren verlinke ich dann noch bei “Sew la la”.
Hallo Berit, ich habe auch neulich meine Schneiderpuppe angepasst und bin super zufrieden damit! Wenn du magst, dann verlinke deinen Beitrag doch auch bei Sew La La – seit heute findet unter http://www.sewlala.de eine wöchentliche Linkparty statt, für Kleidung, die wir für uns selbst nähen. Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist! Liebe Grüße, Melanie von The Flying Needle (und Sew La La)
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe Teil 1 und Teil 2 verlinkt, ich hoffe, das ist so in Ordnung. Und ich komme ganz bestimmt öfter bei euch vorbei.
Liebe Grüße
Berit
WOW! Das finde ich richtig cool mit der Puppe nach Maß! Da hast du dir richtig Arbeit gemacht! Tolles Ergebnis!
Schön, dass du bei Du für Dich am Donnerstag dabei bist! <3
LG
Katja
Vielen Dank, Katja! Letzte Woche hatte ich es einfach zu spät gelesen, dass du eine Link-Party gestartet hast. Aber ich bin jetzt sicher öfter dabei.
Liebe Grüße
Berit
Wow, eine Menge Arbeit. Aber das lohnt sich bestimmt, wenn man viel für sich selber näht.
Liebe Grüße
Marietta
Das war doch eine ganze Menge Arbeit, aber deine Marlene ist gut geworden.
LG Elke
toll gemacht! hut ab! ich wünsche dir viel freude mit marlene!
lg kathrin
Total toll und inspirierend, danke, dass du den Prozess zu deiner Marlene so ausführlich beschrieben hast. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Nähen und Anpassen mit deiner maßgebastelten Schneiderpuppe!
LG Jana
Oh wie Klasse! Bei mir scheitert es leider am Platz in der Wohnung, ich glaube dem Männe reicht es, wenn ich einmal da bin ;). Viel Spaß mit deiner Marlene!
Liebe Grüße
Anna
Deine Marlene ist toll geworden und man muss sich eben damit auseinandersetzen, wie man wohl auf andere Wirkt. Eine Schneiderpuppe die wirklich zu einem passt, das hat doch mal was.
Lieben Gruß
Andrea