Strickjacke mit reversiblen Zöpfen – Grundrezept Teil 2

– kostenfreie Anleitung für eine Strickjacke mit reversiblen Zöpfen / Teil 2: die Ärmel –

Es ist ein schmaler Ärmel aufgrund des Grundmusters.
Es ist ein schmaler Ärmel aufgrund des Grundmusters.

Hier kommst du zu Teil 1 meines Grundrezepts.

Sehr ausführliche Gedanken zu den Ärmeln habe ich mir ja bereits gemacht. Aufgeschrieben habe ich hier die Kurzform zum Nachstricken:

Meine Zopfjacke nach 130 Reihen vor der Teilung Ärmel - Körper.
Meine Zopfjacke nach 130 Reihen vor der Teilung Ärmel – Körper.

Du hast die Passe jetzt fertig. Wie du am besten die Länge bestimmst, habe ich im ersten Teil beschrieben.

Nun werden die Ärmel einzeln weiter gestrickt. Du teilst dein Strickstück in zwei Ärmel und den Körper, brauchst also 3 Seile/Nadeln oder andere Möglichkeiten, die Maschen still zu legen.

Die “normale” Aufteilung der Maschen der Passe ist:

Je 1/6 für die Vorderteile (zzgl. Kordelrand), je 1/6 für die Ärmel und 1/3 für den Rücken. Das heißt, du nimmst jeweils die Mitte zwischen den Zöpfen und teilst dort.

 

Die Wollfäden/Maschenmarkierer kennzeichen die Stellen, an denen die Passe geteilt wird.
Die Wollfäden/Maschenmarkierer kennzeichen die Stellen, an denen die Passe geteilt wird.

Dieses Bild zeigt nicht die Passe in ihrer ganzen Größe. Für ein solches Bild wäre meine Rundstricknadel zu kurz gewesen.

Die Ärmel sind abgeteilt.
Die Ärmel sind abgeteilt.

Wenn du nun die Ärmel abteilst, hast du noch die Möglichkeit, kleinere Korrekturen in der Weite vorzunehmen:

  • Zunahme von Maschen unter dem Arm
  • Maschen vom Ärmel auf Vorder- und Rückseite verschieben
  • Maschen von Vorder- und Rückseite zum Ärmel verschieben

 

Achte bei den beiden zuletzt genannten Möglichkeiten darauf, dass der Zopf, der oben auf dem Arm verläuft, auch weiterhin in der Mitte liegt.

Die Ärmel können gleichzeitig auf zwei Rundnadeln oder jeder einzeln auf einer Rundnadel (Magic Loop) oder einem Nadelspiel gestrickt werden.

Die Ärmel haben jeder zwei Zöpfe. Einer liegt oben auf, einer beginnt in der Achsel (also genau gegenüberliegend). Beachte, dass nicht nur das Grundmuster den Ärmel zusammenzieht, sondern auch der zweite Zopf etwas von der Weite nimmt. Du kannst auch zusätzlich noch Maschen vor dem ersten Verzopfen zunehmen (siehe auch Schema aus Teil 1).

Ärmelform - hier ist hauptsächlich der innenliegende Zopf mit den Abnahmen zu sehen.
Ärmelform – hier ist hauptsächlich der innenliegende Zopf mit den Abnahmen zu sehen.

Wenn du Maschen unter dem Arm zunimmst, hast du zwei Möglichkeiten:

  • Zusätzliche Maschen aufschlingen. So machst du es auch hinterher beim Körper und nähst diese beiden kurzen Stücke zusammen.
  • Provisorischer Maschenanschlag mit Luftmaschenkette. Aus der Luftmaschenkette nimmst du sowohl die Maschen für den Ärmel wie auch für den Körper auf.
  • Zunahme mit provisorischem Maschenanschlag mit Luftmaschenkette
    Zunahme mit provisorischem Maschenanschlag mit Luftmaschenkette

Die Abnahmen für den Ärmel werden nur am Zopf, der unter der Achsel beginnt, gestrickt.

So berechnest du die Abnahmen für den Ärmel:

Länge des Ärmels bis zum Beginn des Bündchens messen (am einfachsten, indem du die Jacke anziehst und dir jemand beim Messen hilft). Ausrechnen (oder ausmessen und zählen), wie viele Runden dies ergibt.

Breite des Arms bei Beginn des Bündchens messen. Ausrechnen (oder ausmessen und zählen), wie viele Maschen zu brauchst. Hier schon daran denken, wie du das Bündchen gestalten willst.

Anzahl der Maschen am Beginn des Ärmels (einschließlich der zugenommenen Maschen bei der Teilung) abzüglich der gewünschten Maschen am Beginn des Bündchens ergibt die Anzahl der abzunehmenden Maschen. Diese Zahl durch 4 teilen (Abnahme in einer Runde jeweils 4 Maschen). Die Anzahl der Abnahmerunden gleichmäßig auf die zu strickende Rundenzahl verteilen.

Die Maschen und Runden, die ich gestrickt habe, habe ich ausführlich hier dargestellt.

Abnahmen

Die Abnahmen sind rechts und links von dem Zopf, der unter der Achsel beginnt, gestrickt. Jeweils 2 Maschen werden gleichzeitig abgenommen, damit das Grundmuster nicht unterbrochen wird.

Vor dem Zopf (also an der rechten Seite): drei Maschen gleichzeitig links zusammenstricken.

Nach dem Zopf (linke Seite): drei Maschen rechts zusammenstricken.

Bündchen

Ich habe das Bündchen mit vier Zöpfen gestrickt. Du kannst – je nach Weite – natürlich auch mehr Zöpfe einplanen (immer eine gerade Anzahl).

Detailaufnahme Bündchen
Detailaufnahme Bündchen

Die neuen Verzopfungen einfach aus dem Grundmuster herausstricken. Die neuen Zöpfe ziehen das Bündchen automatisch mehr zusammen. So lang stricken, bis der Ärmel zu Ende ist. Ich habe drei Verzopfungen gearbeitet.

Mit einem Kordelrand abketten.

Dafür * 2 Maschen rechts stricken, die nächsten beiden Maschen rechts verschränkt zusammen stricken. Die 3 gestrickten Maschen zurück auf die linke Nadel heben und ab * laufend wiederholen, bis noch vier Maschen übrig sind. Die beiden ersten sowie die dritte und vierte Masche verschränkt rechts zusammen stricken. Den Arbeitsfaden abschneiden, durch die beiden übrig gebliebenen Maschen ziehen und vernähen.

Ein Zopf läuft über der Schulter bis zum Handgelenkt.
Ein Zopf läuft über der Schulter bis zum Handgelenkt.

Mit diesem Blogbeitrag besuche die die Linkpartys bei Maschenfein, froh und kreativ und Du für dich am Donnerstag.

Ein Gedanke zu „Strickjacke mit reversiblen Zöpfen – Grundrezept Teil 2“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.