Sockenreise Route Industriekultur Teil 1

– Mini-KAL in drei Teilen – kostenfreie Sockenanleitung mit unterschiedlichen Möglichkeiten für Muster, Ferse und Fuß –

[unbeauftragte und unbezahlte Werbung – Nennung von Markennamen bei Wolle]

Route Industriekultur - die Ursprungsvariante 1
Route Industriekultur – die Ursprungsvariante 1

Route Industriekultur - drei Varianten auf einen Blick
Route Industriekultur – drei Varianten auf einen Blick

Heute startet unsere Sockenreise mit dem Ziel “Route Industriekultur”. Dazu passend gibt es eine neue Sockenanleitung in drei Teilen, jeweils verbunden mit einem kleinen Reisebericht.

Wie ihr sicherlich in den letzten Beiträgen gelesen habt, findet diese Reise als KAL in der Gruppe “Auf Socken um die Welt” bei Ravelry statt. Ich bin bei diesem KAL die Reiseleiterin, und darum möchte ich euch die Reise miterleben lassen. In der Ravelry-Gruppe bereisen wir regelmäßig virtuell andere Ziele. Zuletzt war ich im Sommer 2017 Reiseleiterin. Wir besuchten die Scheibenwelt (nach den Romanen von Terry Pratchett), und entstanden sind dort meine Hexensocken mit anatomisch geformten Spitzen.

Diesmal habe ich einige nähere Ziele in der Umgebung ausgesucht, die alle zur Route der Industriekultur gehören.

Also:

Übersichtskarte Route Industriekultur
Übersichtskarte Route Industriekultur

Herzlich Willkommen in meiner Heimat, dem Ruhrgebiet.

Heute Morgen nehme ich euch mit zu meiner Sonntagsmorgen-Runde.

Der Sonntag beginnt für mich gut, wenn ich nach einem Kaffee mit dem Hund losfahre, Brötchen holen.

Wir kommen unter dem Wittener Viadukt her.

Über 700 m lang ist das Viadukt und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts über das Ruhrtal gebaut. Noch heute führt die Eisenbahnstrecke nach Schwelm über das Viadukt.

Das Viadukt ist mit Natursteinen verkleidet. Da wir zu diesem Zeitpunkt unbedingt noch Inspiration für unsere Socken suchen, hier noch ein sehr ungewöhnliches Foto von unten.

Auch auf dem Rückweg vom Bäcker fahren wir hier entlang, die Straße ist die B226 und verbindet Witten mit der Nachbarstadt Wetter.

Nun halten wir kurz danach an und sehen uns das Wasserkraftwerk an.

Aber erst noch ein Blick zurück auf das Viadukt.

Wie ihr seht, sind die Bilder schon ein paar Wochen alt. Ich hatte damals die Wolle mitgenommen, die in die engere Auswahl für mein Sockenprojekt fällt.

Wir überqueren die Straße und kommen zum Hammerteich. Dieser ist kein Bestandteil der Route Industriekultur, bietet sich aber an, noch ein paar stimmungsvolle Fotos mit meiner Wolle zu machen.

Noch ist der Hammerteich kein Denkmal, aber ein Antrag ist gestellt. Der Teich wurde bereits 1722 aufgestaut um dort ein Hammerkraftwerk zu betreiben.

Heute kennen wir den Teich hauptsächlich vom Enten gucken im Sommer, und im Winter ist er bei strengem Frost zugefroren und man kann dort Schlittschuhlaufen. In einer guten Viertelstunde habe wir den Hammerteich umrundet.

Wer gut zu Fuß ist, geht jetzt durch den Wald auf den Hohenstein. Es ist nur eine kurze Strecke, aber sehr steil. Dies ist eins der Hauptausflugsziele in unserer Stadt. Daher kann man dort nur bei schlechterem Wetter oder – wie wir – ungewohnten Zeit spazieren gehen. Nach einem kurzen Abstecher bei den Wildschweinen und Rehen schauen wir uns das Bergerdenkmal an.

Man muss nicht unbedingt auf den 21 Meter hohen Turm steigen, um einen wunderbaren Ausblick auf das Ruhrtal zu haben. Die Felswand, an deren Rand das Bergerdenkmal steht, ist selbst über 100 m hoch.

Wenn das Wetter klarer wäre, könnte man rechts hinter den Ruhrinseln eine unserer DLRG-Wachstationen sehen.

Die Baustelle neben dem Wasserkraftwerk besteht schon den ganzen Sommer. Hier wird mit einem sehr großen Aufwand die Fischtreppe erneuert.

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch noch eben auf den Turm zu steigen. Dies ist ein Foto der Treppe … vielleicht findet sich ja auch dazu ein Muster.

Zwischenzeitlich habe ich mich für die Opal-Wolle mit dem Glitzer entschieden.

Und so endet unser kleiner Sonntagsmorgen-Ausflug mit einem Blick auf Kraftwerk und Viadukt.

Jetzt haben wir uns das Frühstück aber verdient.

Ich würde mich freuen, wenn ihr diesen KAL mitstricken würdet. Lasst euch von den Fotos inspirieren, oder strickt einfach mit der Wolle eurer Wahl meine Anleitung nach. Wer beide Socken parallel stricken möchte, damit sie auch bestimmt Weihnachten fertig sind, teilt vorher die Wolle in zwei gleiche Knäuel auf.

Wenn ihr Fotos auf Instagram zeigt, nehmt bitte den Hashtag sockenrouteindustriekultur.

Route Industriekultur Variante 1 - Muster mit Hebemaschen
Route Industriekultur Variante 1 – Muster mit Hebemaschen

Ich habe mich für die Wolle mit dem Glitzerfaden entschieden. Es wird eine Socke mit einem einfachen Rechts-Links-Muster mit Hebemaschen und einem “Zopf” – eigentlich ist es nur die Weiterführung des Musters zum Fuß hin.

Route Industriekultur Variante 1 - Ferse
Route Industriekultur Variante 1 – Ferse

Ich stricke in Größe 38. Gebraucht habe ich 38 g für einen Socken Variante 1. (Der zweite wird gerade noch gestrickt …)

Bündchen: 60 Maschen angeschlagen mit doppeltem Daumenfaden, weil das immer eine so schöne breite und weiche Kante gibt. 2 Maschen rechts / 2 Maschen links, 24 Runden gestrickt.

Route Industriekultur Variante 1 - Bündchen mit doppeltem Daumenfaden
Route Industriekultur Variante 1 – Bündchen mit doppeltem Daumenfaden

Das Rechts-Links-Muster habe ich gewählt, weil es mich an eine Steinmauer erinnert… es könnte aber auch ein Gitter eines Zaunes oder Tores sein.

Der Schaft zieht sich durch das Rechts-Links-Muster und die Hebemaschen schön zusammen und sorgt für einen guten Sitz. Bitte den Spannfaden bei den Hebemaschen nicht zu straff anziehen, da sonst der Schaft schmaler werden kann.

Der Rapport hat eine Breite von 8 Maschen und eine Länge von 20 Reihen. Meine Socken Variante 1 sind mit 24 Runden für das Bündchen und 70 Runden für den Schaft mit Muster gestrickt. Für diese Variante endet bitte nach einer 10. Runde mit dem Schaft.

Für alle, die eine Maschenanzahl wählen, die nicht durch 8 sondern nur durch 4 teilbar ist, lesen bitten folgenden Absatz.

Veränderungen in der Länge des Schaftes:

Bitte achtet darauf, auf jeden Fall nach einer 10. Runde mit der Fersenwand zu beginnen, da ansonsten das Muster nicht passt. Wer nicht in den 20er Schritten verlängern/verkürzen möchte, kann dies auch im Bereich der 4. – 10. bzw. 14. – 20. Runde durch das gleichmäßige Weglassen/Hinzufügen einzelner Reihen tun. Oder das Bündchen länger oder kürzer stricken. Hier erhältst du das Zählmuster als PDF.

Route Industriekultur - Variante 2: Die Farbe ist der Knaller!
Route Industriekultur – Variante 2: Die Farbe ist der Knaller!

Während des Strickens erreichte mich ein Sockenwunsch. Da der Empfänger sehr schmale Beine hat, sah ich die Chance, eine Variation des Musters zu stricken. Bei den grünen Socken ist das Muster sehr ähnlich, allerdings sind die Hebemaschen durch rechte Maschen ersetzt. Das Zählmuster kannst du hier als PDF herunterladen. Das Bein des künftigen Sockenträgers ist sehr dünn, daher habe ich auch hier 60 Maschen angeschlagen, auch wenn die Socken in Größe 43 gestrickt werden. Bei Variante 2 bitte mit einer dritten Runde rechter Maschen aufhören (Runde 3 oder 13 des Zählmusters).

Route Industriekultur Variante 2 - Schaft ohne Hebemaschen
Route Industriekultur Variante 2 – Schaft ohne Hebemaschen
Route Industriekultur Variante 2 - Bündchen mit doppeltem Daumenfaden
Route Industriekultur Variante 2 – Bündchen mit doppeltem Daumenfaden

Und dann wollte ich unbedingt noch eine Variante stricken, in denen die Hebemaschen besser zu sehen sind. Da kommt dann nur ein zweifarbiges Modell in Frage.

Route Industriekultur Variante 3 - Wolle
Route Industriekultur Variante 3 – Wolle

Diese Socken sind wie Variante 1 in Größe 38 gestrickt und eignen sich für Wollreste. Das entsprechende PDF bekommt du hier. Das Garn kannst du einfach an der Innenseite des Schaftes mitführen, so dass nicht ganz so viele Fäden zu vernähen sind. Hier bitte mit einer Runde rechter Maschen in der Farbe, in der du die Ferse stricken willst, aufhören (Runde 3 oder 13). Da meine Ferse die gleiche Farbe wie das Bündchen haben wird, habe ich 77 Runden gestrickt.

Route Industriekultur Variante 3 - zweifarbiger Schaft mit Hebemaschen
Route Industriekultur Variante 3 – zweifarbiger Schaft mit Hebemaschen

Von der grauen Wolle habe ich für den ersten Schaft nur 7 g gebraucht. Also genügen wirklich kleinere Reste.

Da Variante 2 und 3 so kurz vor der Reise erst entstanden sind, kann ich leider noch kein Bild einer fertigen Socke zeigen.

Bei den Socken mit den Glitzerfäden läuft das Muster später im Fuß weiter.

Route Industriekultur Variante 1 - Muster auf Oberfuß
Route Industriekultur Variante 1 – Muster auf Oberfuß

Die grüne Socke wird eine für mich neue Ferse erhalten und einen glatten Fuß (Wunsch des künftigen Sockenträgers, empfindlich am Fuß). Und für die zweifarbigen Socken habe ich auch einen glatten und einfarbigen Fuß vorgesehen. In diesen beiden Fällen könnt ihr natürlich auch eure Lieblingsferse stricken.

Wie es genau weitergeht, lest ihr in zwei Wochen. Dann werden wir weiter auf der Route der Industriekultur reisen und die Fersenvariationen der drei Socken stricken.

Noch ein kleiner Hinweis: Die Anleitung ist nicht testgestrickt. Wer einen Fehler findet, sagt bitte Bescheid, damit ich es entsprechend ändern kann.

Mit diesem Blogbeitrag reise ich dann gleich weiter zu auf den Nadeln von Maschenfein, dem Samstagsplausch von Karminrot und froh und kreativ.

4 Gedanken zu „Sockenreise Route Industriekultur Teil 1“

  1. Die Fotos und deine “Reise durch die Industriekultur” gefallen mir sehr gut und die Socken auch. Leider habe ich jetzt keine Zeit für neue Socken, aber ich werde sie ganz bestimmt noch stricken. Du darfst gern noch einmal in der neuen Linkparty verlinken, die am 14.11. beginnt.
    LG Elke

  2. Sehr schöne Fotos! Da muss ich mit Wehmut an meine 3 Jahre in Dortmund denken – ich war sicher schon 20 Jahre nicht mehr da, das möchte ich eigentlich bald ändern. Und das Sockenmuster sieht spannend aus, mir gefällt vor allem die Variante 2 bei den gelbgrünen Socken.

    1. Ja, die grüne Wolle ist schon toll. Bei uns im Freundeskreis heißt die Farbe “Jonas-Grün”. Was eigentlich alles sagt. Als ich dieses Knäuel sah, ist es sofort in meinen Einkaufskorb gehüpft.

      Danke für einen Kommentar!

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